Reise nach Klaipeda in Litauen

Am nächsten Tag fuhren wir nach Litauen bis zur Hafenstadt Klaipeda.

Litauen ist das größte der baltischen Länder mit ca. 65.000 km2 und ca. 3 Mio. Einwohner. Kartografisch ist Litauen der Mittelpunkt Europas. Litauen bedeutet „Verteidiger der Natur“. Die Menschen gelten als sehr naturverbunden.

Über die 677 ging es nach Lomza über Augustow die S8 entlang. Über die E 67 Richtung Marijampole erreichten wir Litauen. Überall an den Straßen befanden sich Storchennester mit teilweise bis zu vier Küken darin. Die erwachsenen Störche suchten ihr Futter auf den Feldern, in dem sie hinter den Treckern herliefen, die den Boden beackerten.

Litauen

In Litauen fiel uns auf, dass die Menschen dort irgendwie mehr Liebe zum Detail aufbringen. Selbst in den Imbissen der Tankstellen standen Blumen und man war selbst auf kleinstem Raum bemüht, eine Form von Gemütlichkeit und Gastlichkeit rüber zu bringen.

Wir fuhren auf der A 5 bis Kaunaus und waren froh, auf die 141 Richtung Westen abbiegen zu können. Endlich weg von den viel befahrenen Schnellstraßen mit dichtem LKW Verkehr und stinkenden Dieselrußschwaden, die einem als Motorradfahrer ins Gesicht geblasen werden. Es ging 142 km immer an der schönen Memel (lit. Nemunas) entlang bis Klaipeda. Auf der 141 war kaum Verkehr, eine Wohltat. Auf der Strecke bis Jurkbarkas befinden sich zahlreicher Schlösser und Burgen, die wir von Weitem auf den Hügeln sehen konnten. Da wir aber an einem Tag bis Klaipeda wollten, genossen wir das Ansehen aus der Ferne und fuhren immer weiter an der Memel entlang. Das alles bei 24 Grad, 17 Sonnenstunden und schönstem Motorradwetter. Wir saßen an diesem Tag mit Pausen, 11 Stunden auf unserern Motorrädern. An der Memel dem Sonnenuntergang entgegenzufahren, war wunderschön.

Unterkunft in Klaipeda

Tagesziel war das Hotel Promenada in Klaipeda. Erst nach 21:00 Uhr kamen wir im Hotel an.

In den baltischen Ländern gibt es eine Zeitverschiebung von einer Stunde nach vorn. Wir hatten ein großes Vierbettzimmer ganz oben unter dem Dach gebucht. Das Hotel verfügt leider nicht über einen Fahrstuhl, so dass wir unser ganzes Gepäck in den 4. Stock hochschleppen mußten. Nachdem wir uns ein bißchen frisch gemacht hatten, zogen wir noch los und gingen in einen coolen Club am Hafen in Klaipeda. Wir saßen draußen, tranken einen Cocktail und hörten House Musik. Lustigerweise gab es einen Cocktail namens Barbara, den sich die namensidentische Mitfahrerin auch gleich bestellte.

Ein herrlicher Abschluss eines super schönen Tages.

Kurischen Nehrung

In Klaipeda blieben wir zwei Tage, da wir am nächsten Tag der Kurischen Nehrung ohne Gepäck einen Besuch abstatteten wollten.

Die Kurische Nehrung ist ca. 100 km lang und nur 400 m bis 1 km breit. Die Hälfte davon gehört zu Russland. Seit 1976 ist die Kurische Nehrung auf litauischer Seite Landschaftsschutzgebiet. Die höchste Düne, die Parnidden Düne, ist 52 m hoch. Diverse Künstler wie Thomas Mann lebten zeitweise auf der Kurischen Nehrung.

Mit der kleinen Fähre, die ca. 10 Minuten für die Überfahrt benötigt, setzten wir von Klaipeda über und fuhren mit den Motorrädern über die Nehrung, links und rechts Sand, Wald und Wasser. Es gibt dort nur eine Hauptsraße, die 167. Wir kraxelten mit unserern Motorradklamotten auf eine der hohen Dünen, um dann einen herrlichen Ausblick auf die Ostsee zu genießen. In dem Örtchen Nida, eine ehemalige Künstlerkolonie, kehrten wir in einem Restraurant ein und aßen sehr leckeren gebratenen Dorsch mit frischen Kartoffeln und Salat. Wir fuhren auch bis an die Russische Grenze. Ein Schild wies RUS Kaliningrad mit 86 km aus. Da wir jedoch keine Visa für Russland hatten, ließen wir diese Seite der Kurischen Nehrung aus. Als West-Berliner Kind bin ich froh, derartige Grenzen nicht mehr zu haben.


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Autorin: Christine Wedemeyer

Jäneda, Estland
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