Österreich 2012

Bericht von Elke Geier

Es blieb mal wieder spannend für mich, ob ich an der WIMA teilnehmen konnte. Angemeldet hatte ich mich nicht, weil iauch ich für einen Boykott plädiert hatte, nachdem die Österreicherinnen ihre WIMA kontingentiert hatten. Aber je näher die WIMA rückte, umso mehr machte sich Sehnsucht breit, doch daran teilzunehmen. Letztlich fahre ich nicht nur wegen meiner Bezugsgruppe, die diesmal fernblieb, zur WIMA , sondern auch wegen der Frauen, die aus den anderen Mitgliedsländern kommen und mit denen es inzwischen Freundschaften gibt.

Ich hatte bereits entschieden, lieber meine Ernte einzufahren, anstatt unangemeldet zur WIMA zu reisen, als Doris und Sabine auf ihrem Weg zur WIMA bei mir nächtigten. Kurz nachdem die zwei am Samstag meinen Hof wieder verließen, machte sich Wehmut breit. Die beiden Regentage am Samstag und Sonntag ließen vor Mitte der Woche keine Ernte zu. Was sprach also dagegen nicht doch noch zur WIMA zu fahren! Ich fackelte nicht lange, machte am Sonntagabend mein Motorrad startklar, schickte eine SMS nach Österreich, dass ich komme würde und fuhr am Montagvormittag los.

Da Reingers in Niederösterreich ziemlich nah an der tschechischen Grenze liegt, fuhr ich über Bamberg, Nürnberg, dann die Regensburger Autobahn (A3) bis Hengersberg, um bei Philippsreut in Tschechien einzureisen. Mein Navi hatte ich auf die kürzeste Strecke durch Tschechien programmiert. Es war für mich das erste mal, dass ich dieses Land bereiste. Begeisterung auf den 120 km machte sich nicht breit, ich hatte mir mehr versprochen, wobei die Strecke nicht unattraktiv war.

Nach 500 km und 7 Stunden Fahrt kam ich unwissentlich noch rechtzeitig zum WIMA-Deutschlandtreffen an, das um 17.00 Uhr stattfand! Auf Nachfrage, wie viele deutsche Frauen denn an der WIMA Österreich teilnehmen würden, wurde die Zahl 55 genannt. Es wurde auch das Rätsel gelöst, nach welchem Prinzip die Österreicherinnen die Plätze verteilt hatten. Sie sind nach der Mitfrauenzahl vorgegangen, die die einzelnen Mitgliedsländer aufweisen, und nicht nach den Zahlen, wie viele Frauen durchschnittlich aus den einzelnen Ländern zu einer WIMA kommen. Finnland hat deshalb so eingroßes Kontingent erhalten, weil dort jede motorradfahrende Frau in einem Motorradclub organisiert und somit automatisch auch der WIMA zugehörig ist. Dadurch hat die WIMA Finnland eine weitaus größere Mitfrauenzahl als Deutschland. So habe ich es zumindest verstanden.

Nach dem Meeting hieß es rasch das Zelt aufbauen, wobei mir dankenswerter Weise meine französischen Freundinnen Sophie und Caroline geholfen hatten, damit ich rechtzeitig zum Eröffnungsabend um 18.00 Uhr erscheinen konnte.
Was mir besonders gut an dem Eröffnungsabend gefallen hat, war, dass alle anwesenden WIMA Präsidentinnen einmal vorgestellt wurden.Immerhin waren 16 Länder mit 170 Teilnehmerinnen bei dieser WIMA vertreten. Allen voran natürlich Österreich, Deutschland, Schweiz, England, Schweden, Finnland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Polen, Ungarn,Tschechien, Japan, Südkorea, USA und Curacao. Die Stimmung war ausgesprochen gut und dennoch ließ ich mich nicht mitreißen, bis spät in die Nacht zu feiern, weil mir die Strapazen der Anfahrt noch in den Gliedern steckten.

Um 9.00 Uhr startete am Dienstag schon die Parade, begleitet durch die örtliche Polizei, nach Altnagelberg, wo wir die Motorräder gegen die Waldviertler Schmalspurbahn tauschten, und nach Schönau in die Veranstaltungshalle fuhren. Zünftig ging es dort zu mit Musik und dem Auftritt der Litschauer Volkstanzgruppe. Wir WIMA Teilnehmerinnen durften uns auch mit den einheimischen Tänzen vertraut machen! Nach guten 3 Stunden hieß es wieder: Abfahrt zum Motorradparkplatz, der sich auf dem Gelände einer Glasbläserei befand. Während sich einige der Frauen mit dem Kunsthandwerk beschäftigten, fuhr ich mit anderen Teilnehmerinnen nach Reingers zurück.

Nach meiner Rückkehr gönnte ich mir erst einmal eine Dusche, um anschließend den Campingplatz in Augenschein zu nehmen. Also ehrlich gesagt: mehr als 200 Frauen hätte der nicht vertragen. Er war eingegrenzt von Wald und Feldern. Zwar hatte ein Landwirt sein Feld zur Verfügung gestellt, falls es zu Engpässen gekommen wäre, aber ich wäre nicht begeistert gewesen auf einem Stoppelfeld zu zelten. Vielleicht müssen manchmal Dinge so sein, wie sie sind (Boykott). Ich fand es letztendlich gut, dass keine 300 Personen anwesend waren. Die WIMA war überschaubar und ich hatte viel mehr Gelegenheit mich intensiver mit den einzelnen Frauen zu unterhalten! Um 20.00 Uhr gab es eine Tombola in der Hanfhalle, wo auch die anschließende Party stattfand. Die Zeit verflog im Nu und als das Lied: „Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät“ ertönte, wusste jede, für heute ist Schluss. Wer noch nicht genug hatte, konnte sich ans Lagerfeuer begeben, wo Rita mit der Gitarre die Nachtschwärmerinnen unterhielt.

Der Tagesausflug nach Wien mit einem Abschluss beim Heurigen am Mittwoch wurde rege angenommen. Da ich mit Städten nichts im Sinn habe und das Ländliche bevorzuge, fuhr ich eine der vorgeschlagenen Routen. Als sich am Nachmittag Müdigkeit bei mir breit machte, stoppte ich bei einem Steinkreuz und döste eine Runde auf der daneben stehenden Parkbank, die im Schatten mehrerer Bäume stand. Aufgeweckt durch einen Traktor betrachtete ich mir das vermeintliche Steinkreuz genauer und stellte fest, dass es sich um ein Monument handelte, das einem Steinkreuz ähnelt. Ich hatte an der Europäischen Wasserscheide Rast gemacht. Ab hier fließen Schwarzbach, Braunau, Lainsitz, Moldau und Elbe zur Nordsee und Ruppertsbach, Moosbach, Thaya, March und Donau zum Schwarzen Meer.

Da es sich heute um den Nationalfeiertag der Schweizer handelte, gab es nach der Rückkehr der Wienausflügler ein kleines Feuerwerk.

Die Rallye am heutigen Donnerstag hatte es in sich. Die Verwirrungen begannen schon bei der 1. Frage. Wir düsten zur Basilika in Waidhofen um heraus zu finden, wie hoch der größte Stein ist. Hier handelt es sich allerdings nicht um eine Kirche, sondern um eine Hinkelsteinansammlung außerhalb. Der Bismarckturm bei Schloß Rosenau westlich von Zwettl wurde von GeorgHeinrich Ritter von Schönerer 1907 errichtet. Das war die Antwort auf die 2. Frage. Weiter ging es zur Klausenkapelle bei Groß-Gehrungs und der 3. Frage: Was befindet sich auf dem gefallenen Wackelstein? Es handelte sich um eine Maske/ einen Schutzgeist aus Metall.

Nachdem wir bei Hirschenwies praktische Aufgaben gelöst hatten, wurden beim letzten Stopp in Schönau geologische Kenntnisse von uns gefordert. Für diejenige, die sich im Vorfeld mit Österreich vertraut gemacht hatte, war es kein Problem Reingers, Wien und den Großglockner zu lokalisieren. Ichfand es eine gelungene Rallye mit prägnanten Aufgaben.

Am heutigen Abend wurde die neue internationale WIMA-Präsidentin bekannt geben, die beim Präsidentinnendinner gewählt wurde, ClaudiaFehrer nimmt die Stelle der zurückgetretenen Angie ein. Zur Vize wurde Keiko Osawa aus Japan gewählt.

Am letzten Tag vor der Heimreise war ich ganz schön geschlaucht und hätte mich gerne ein wenig ausgeruht. Bin dann aber doch auf Wunsch meiner finnischen Berufskollegin mit ihr zur Amethystwelt Maissau gefahren. Der nächtliche Regen war am Morgen verflogen und die Wolkendecke riss im Laufe des Vormittags auf, so dass wir trockenen Fußes unseren Tagesausflug vollziehen konnten.

Viel Spaß hatten wir nach dem Abschiedsdinner beim „Bunten Abend“, wo wir uns sehr über die einzelnen Darbietungen amüsierten. Ich tanzte lange bis in die Nacht. Eine gelungenen WIMA! Ein Herzliches Dankeschön an die Österreicherinnen.

Servus bis zum nächsten Jahr bei der WIMA in Val de Travers in der Schweiz vom 15. - 19. Juli 2013

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