Schweiz 2013

Trailer

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Bericht von Elke Geier

Es war schon außergewöhnlich für mich mit Auto und Anhänger zur WIMA zu fahren. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl ich werde von zwei Motorrädern verfolgt. Da habe ich mich mal wieder auf einen Deal eingelassen. Eine Bekannte aus Bamberg war noch nie bei einer WIMA und wollte gerne in meiner Begleitung daran teilnehmen, allerdings die 600 km nicht auf ihrer Chopper abrutschen. „Wo ist das Problem!? Mach's doch auf zwei Etappen, 300 km wirst du wohl am Tag schaffen“, aber nein sie wollte partout nicht alleine fahren und ich habe die Zeit nicht für eine zweitägige Anreise. Ich weiß auch nicht, was mich gerissen hat ihr den Vorschlag mit dem Anhänger zu machen. Wahrscheinlich habe ich nicht erwartet, dass sie darauf eingeht! Es war immerhin tröstlich für mich, dass sich auch andere Teilnehmerinnen für diese Art der Anreise entschieden haben und letztendlich packt ja auch mal so manche Teilnehmerin ihr Bike in den Autozug. Und wenn ich nun so im Nachhinein darüber nachdenke, wird es nicht das letzte mal gewesen sein, dass ich diese Art von Anreise tätige. Angenehm war dies auf jeden Fall auf der Heimreise.

Die kurzen Nächte der WIMA forderten ihren Tribut und so war es entspannend sich auf dem Beifahrersitz zurück lehnen zu können!

Wie so viele der Teilnehmerinnen sind auch wir schon am Sonntag angereist und hatten unsere liebe Mühe für unser Familienzelt einen Platz zu finden.

Zeltplatz im Centre sportif

Wir befanden uns zwar auf einem Sportgelände, aber das Fußballfeld durfte nicht benutzt werden. Wie gut, dass es außerhalb der Aschenbahn noch Grünflächen gab. Für Verwirrung sorgte das Motorrad meiner Begleiterin, denn es war die gleiche Maschine wie meine Alte. Sollte ich etwa geflunkert haben und sie nicht bei der Allgäu-Orient-Rallye in Baku/Aserbaidschan abgestellt haben!? Es war schon eine aberwitzige Situation, das vermeintliche alte Motorrad und die Neue neben- einander auf dem Anhänger zu sehen. Ein „Stiefelbier“ wie bei den Münchnerinnen gab es bei mir nicht. Ich wollte schnellstmöglich, das Zelt aufgestellt bekommen und ein „Sandalenbier“ nach getaner Arbeit war ganz in meinem Sinne!

Montagmorgen ging's gleich auf's Motorrad. Das Kurveneldorado der französischen Schweiz und des angrenzenden Frankreich wollte ich mir nicht entgehen lassen. Eine mir vorab zugesandte Tour, welche ich auf mein Navi übertragen hatte, versagte als wir Frankreich passierten. Der Hintergrund war nur noch braun, die Streckenführung zwar noch zu sehen, aber keine Signale mehr vorhanden. Wie gut, dass ich nicht alleine gefahren bin und mir vorsorglich den Streckenverlauf auf einen Zettel notiert hatte, als ob ich es geahnt hätte!

Eventsaal

Wie an jedem Montagabend gab es auch diesmal wieder das „welcomedinner“. Meine Güte die Schweizerinnen haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Wenn ich mich recht erinnere gab es ein 3-Gänge-Menü, was am Abschlussabend von einem 5-Gänge-Menü getopt wurde. Bei dieser WIMA wurde Wert darauf gelegt möglichst Produkte aus der Region zu verwenden. Das Bier war süffig, der Wein lieblich und Wasser trinkbar aus der Leitung. Ich fand es gut, dass die Ansprache in Deutsch, Englisch und Französisch erfolgte, sehr zur Freude der französischen Teilnehmerinnen und deshalb verstand ich die französische WIMA Präsidentin nicht, als ich den Vorschlag machte, dies doch zukünftig auch bei den folgenden WIMAs so zu handhaben. Sie lehnte es strikt ab, da die französisch sprechenden Teilnehmerinnen doch nur eine handvoll wären und die Mehrzahl der Teilnehmerinnen doch deutsch- und englischsprachig seien. Schön fand ich, dass wieder alle anwesenden Präsidentinnen vorgestellt wurden. 14 Nationen waren vertreten und die Teilnehmerinnenzahl belief sich auf ca. 250.

Anstatt am Dienstag wie viele der Frauen mich an den Spielen zu beteiligen, schwang ich mich wieder auf's Motorrad um in die deutschsprachige Schweiz zu fahren. Gute 100 km absolvierte ich bis ich die ersten deutschsprachigen Schilder vernahm. Mein Weg führte mich bis zum Thunersee. Bei einer Pause in Riggisberg sprach mich neugierig ein schätzungsweise 11-ähriges Mädchen an. Ich erwiderte, dass ich kein „Switzerdütsch“ spreche und dann wiederholte sie in einem exzellenten Hochdeutsch, ob sie mir behilflich sein könnte. Irgendwie muss ich unbeholfen auf sie gewirkt haben beim Studieren der Landkarte.
Obwohl ich meinem Weg wusste, tat ich so als ob ich Hilfe benötigte und die junge Dame war stolz mir weiterhelfen zu können. Im Nachhinein bedauere ich sie nicht gefragt zu haben, ob sie sich mal gerne auf mein Motorrad setzen möchte! Ich hatte so meine Zweifel, ob ich es bis 17.30 Uhr wieder zurück zum Veranstaltungsgelände schaffen würde, denn um diese Uhrzeit hatten wir unser WIMA Deutschland meeting. Ich nahm Abstand von der ursprünglich 400 km geplanten Tour und kürzte auf 300 km ein. Bei Neuchatel geriet ich in einer Baustelle auf die Autobahn und bangte nicht erwischt zu werden, da ich keine Vignette am Motorrad hatte. Glücklicherweise kam nach 1 km schon wieder eine Abfahrt! Kurz darauf leitete mich mein Navi durch die Innenstadt von Neuchatel und ich hatte das Leid einem Stadtbus hinter her zu fahren, der gefühlte alle 100 m stoppte und es war kein Passieren möglich, da bei jeder Haltestelle die Fahrbahn baulich getrennt war und ein Zebrastreifen den aussteigenden Fahrgästen Vorfahrt gewährte. 'Keep it cool Elke' irgendwann wird auch Neuchatel zu Ende sein!

Nach unserem WIMA Deutschland Meeting hatten die Schweizerinnen eine Absinthverköstigung für uns organisiert. Leute, dieses Getränk ist nichts für eine fränkische Schnapsbrennerin. Da bevorzuge ich doch meine eigenen Obstbrände und Liköre!

Der heutige Mittwoch war ganz in meinem Sinne. Wir hatten Rallyetag und es war einfach fantastisch. Die Route genial und die zu lösenden Aufgaben erforderten Geschick. Meine finnische Berufskollegin die mich begleitete war etwas enttäuscht von mir bei der 1. Aufgabe. Es galt die richtige Mutter in einer vorgegeben Zeit auf Schrauben aufzudrehen. Meine Leistung war mau und ich gab ihr zu verstehen, dass ich in Urlaub wäre und nicht bei der Arbeit! Als 2. Aufgabe galt es einen Parcour zu durchfahren und zwar so langsam wie möglich – eine wackelige Angelegenheit! Die 3. Aufgabe hatte es in sich: Motorradersatzteile in einen Autoreifen werfen. Das gelang auch meist, allerdings sprangen diese liebend gerne wieder aus den Reifen! Zu guter Letzt galt es Distanzen und das Gewicht des eigenen Motorrads mit Fahrerin zu schätzen. Letzteres wurde auf einer alten Viehwaage auch ermittelt und ich landete hier einen Volltreffer! Teilnehmerinnen die nicht so zeitig zur Rallye aufbrachen wurden am Nachmittag von einem Gewitter überrascht. So manch EINE kam durchnässt zurück. Viel länger hätten wir allerdings auch nicht unterwegs sein dürfen, dann hätte uns das gleiche Schicksal ereilt.

Tags darauf die Parade, das Highlight einer WIMA wie ich finde. Es war herrlich anzusehen, der nicht enden- wollende Konvoi und die Schweizerinnen haben einen super Job gemacht, was unsere Sicherheit anbelangte. HERZLICHEN DANK! Am Ziel in Fleurier gab es für jede ein Nußhörnchen und einen Apfel und reichlich frisches Wasser aus einem Brunnen!

Sammeln für die Parade

Unwetterwarnung am heutigen Freitag!!! Ich ließ mich davon beeinflussen und ließ mein Motorrad stehen. Ein Großteil der Teilnehmerinnen scherte sich nicht darum und tat gut daran, denn das Unwetter umkreiste uns nur. Auf der anderen Seite war es besser für mich nicht am Gashahn zu drehen, denn ich hatte kaum geschlafen. Bis in den Morgenstunden hinein führte ich intensive Gespräche und so wunderte ich mich nicht, dass ich am Abschlussabend ziemlich bald im Zelt lag, mit bald meine ich so gegen Mitternacht!

Diese WIMA war auch von einem Unfall begleitet. Hat es doch 2011 in England eine Schweizerin erwischt und diesmal zwei Deutsche Fahrerinnen auf ihrem Weg zur WIMA! Der Vorderreifen der einen Fahrerin ist geplatzt und die folgende hatte keine Chance auszuweichen. So kollidierten sie auf der Autobahn miteinander und hatten Glück im Unglück, dass außer Prellungen und Schürfwunden sie von weiteren Verletzungen verschont geblieben sind und somit an der WIMA teilnehmen konnten!

WE SAY GOODBYE, AUF WIEDERSEHN
Wir sind WIMAS und wir kommen von der großen weiten Welt
DAS IST SCHÖN, DAS MACHT SCHÖN
We are WIMAS and we’re coming from around the big nice world
THIS IS GREAT, REALLY GREAT LA LA LA………..

Wir lieben Kurven, Wein und Bier darum sind wir alle hier
DAS IST SCHÖN, DAS MACHT SCHÖN
We love riding on the bikes with the wind on our sides
THIS IS GREAT, REALLY GREAT LA LA LA……
Gute Reise wünschen wir, allen Frauen danken wir
NUN GEHT’S LOS, AUF NACH HAUS
We wish you a lucky trip, just take care we hope you’re fit
WE SAY GOODBYE, AUF WIEDERSEHN

Das Orga-Team WIMA Schweiz
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